|
Am 12. März 1988 gab der Bundesrat grünes Licht für den Hydrologischen Atlas der Schweiz (HADES). Seither hat sich der Atlas kontinuierlich weiterentwickelt – von den gedruckten Atlastafeln über Exkursionsführer und Lehrmittel bis hin zur digitalen Daten- und Analyseplattform Hydromaps.
Heute gehört Hydromaps zu den etablierten Informations- und Arbeitsinstrumenten der Schweizer Hydrologie. Behörden, Ingenieur- und Planungsbüros, Forschungseinrichtungen, Bildungsinstitutionen sowie zahlreiche weitere Nutzerinnen und Nutzer verwenden die Informationen auf hydromaps regelmässig. Die Plattform ermöglicht einen einfachen Zugang zu hydrologischen Daten, Karten und Analysen und trägt wesentlich zum Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis bei.
Sparmassnahmen des Bundes haben dem Fortbestand des HADES in seiner bisherigen Form leider ein Ende gesetzt. Gemeinsam mit der Atlas-Kommission und den Verantwortlichen des BAFU haben wir deshalb in den vergangenen Monaten intensiv geeignete Lösungen gesucht und gefunden:
Zukunft von Hydromaps gesichert
Die zentralen Inhalte von Hydromaps werden ab Herbst 2026 schrittweise in den Atlas der Schweiz integriert und dort wieder verfügbar sein. Die Überführung erfolgt nach einer Prioritätenliste, da aus technischen und finanziellen Gründen nicht sämtliche Inhalte übernommen werden können. Zu den prioritären Karten gehört insbesondere das Thema B04 «Extreme Punktniederschläge», das zu den meistgenutzten Inhalten von Hydromaps zählt.
Die Integration in den Atlas der Schweiz sichert den langfristigen Zugang zu den wichtigsten hydrologischen Informationen. Unser besonderer Dank gilt Prof. Lorenz Hurni und Dr. Andreas Neumann sowie dem gesamten Team des Atlas der Schweiz an der ETH für die konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit. Ihr grosses Engagement hat wesentlich dazu beigetragen, dass Hydromaps eine Zukunft erhält.
Auch für die Exkursionsführer und das Lehrmittel konnten Anschlusslösungen gefunden werden. Sobald diese definitiv geregelt sind, werden wir darüber informieren.
Ein zentrales Anliegen bleibt der Erhalt des Hydrologischen Atlas der Schweiz als Gesamtwerk. Die verschiedenen Produkte und Plattformen ergänzen sich inhaltlich und bilden gemeinsam ein einzigartiges Wissenssystem für die Schweizer Hydrologie. Um diesen Zusammenhang sichtbar zu machen, wird das BAFU seine Internetseite zum Hydrologischen Atlas ab Herbst 2026 zu einer zentralen Einstiegsseite ausbauen, die den Zugang zu den verschiedenen Angeboten bündelt und ihre Vernetzung sicherstellt.
Der Hydrologische Atlas der Schweiz wird auch organisatorisch neu aufgestellt. Mit dem Jahresende 2026 läuft nach fast vier Jahrzehnten seine Trägerschaft am Geographischen Institut der Universität Bern aus. Unverändert bleibt jedoch das Ziel, die über viele Jahre aufgebaute Expertise sowie die Daten und Produkte auch künftig für Forschung, Praxis, Bildung und Öffentlichkeit zugänglich zu halten und kontinuierlich weiterzuentwickeln.
|